27.11.2025 / Lesezeit: 3 Minuten
Mohammadmahdi Nourmohammadi ist Teilprojektleiter für Armaturenstationen entlang der SEL. Im Interview spricht er über seine Aufgaben beim Bau der Stationen, die Bedeutung von Qualität und Sicherheit und warum ihn die Arbeit an einer zukunftsfähigen Energieversorgung begeistert.

Herr Nourmohammadi, für was sind Sie bei terranets bw zuständig?
Als Projektingenieur verantworte ich die Abwicklung verschiedener Projekte, darunter Investitions-, Instandhaltungs- und Dienstleistungsprojekte. Seit Juli 2024 arbeite ich als Teilprojektleiter für Armaturenstationen auf der SEL und betreue den Bau von insgesamt zehn Armaturenstationen.
Können Sie erklären, was Armaturenstationen sind?
Armaturenstationen sind technische Knotenpunkte in einem Leitungsnetz. Sie lassen sich in zwei Gruppen unterschieden: Absperrstationen trennen im Fall von Wartungs- und Instandhaltungsfällen oder auch im Störungsfall einzelne Leitungsabschnitte vom Gasstrom. Solche Stationen haben wir in der Regel alle 18 Kilometer. Abzweigstationen beherbergen alle Funktionen einer Absperrstation und können zudem den Anschluss von Nebenleitungen oder nachgelagerten Netzen ermöglichen.
Welche Aufgaben gehören zu Ihrem Arbeitsalltag?
Als Teilprojektleiter bin ich für die Planung und den Bau der Stationen verantwortlich. Wichtig ist dabei, dass die Projekte reibungslos ablaufen und alle internen sowie externen Beteiligten effizient zusammenarbeiten. Mein Arbeitsalltag ist sehr abwechslungsreich. Wenn ich ins Büro komme, prüfe ich morgens zuerst den aktuellen Stand der Projekte und welche Neuerungen sich ergeben haben. Diese stimme ich anschließend entweder im Team oder mit unseren Dienstleistern ab.
Über den Tag verteilt fallen unterschiedliche Aufgaben an: Da sich momentan viele Stationen auf der SEL im Bau befinden, gilt es, die verschiedenen Beteiligten zusammenzubringen und offene Punkte zügig zu klären. Dadurch habe ich mehrere Meetings am Tag und stimme mich kurzfristig mit meinen Kolleg:innen ab. Die Aufgaben müssen dabei kontinuierlich im Blick behalten und bei Bedarf neu koordiniert werden. Ein offener Austausch im Team ist essenziell, um gemeinsam unsere Ziele zu erreichen.
Zudem bin ich regelmäßig vor Ort an den Baustellen, um mir ein Bild vom Baufortschritt zu machen und aktuelle Entwicklungen direkt mit den Beteiligten zu besprechen. Bevor ich mich schließlich in den Feierabend verabschiede, schaue ich, was am nächsten Tag ansteht, und bereite mich entsprechend vor.

Was bedeutet das konkret für den Bau der Stationen an der SEL?
Viele Stationen befinden sich aktuell in der Umsetzungsphase. Mein Schwerpunkt liegt daher auf der Koordination der Schnittstellen zwischen den einzelnen Beteiligten. Ich sorge dafür, dass Aufgaben klar verteilt sind und alle Prozesse ineinandergreifen.
Was muss bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden?
Schon in der Planung achten wir darauf, dass Materialien und Bauteile den Normen und Spezifikationen entsprechen. Ebenso wichtig ist, den späteren Betrieb der Station mitzudenken und vorausschauend zu planen – also zum Beispiel auch notwendige Wartungen und Instandhaltungen zu berücksichtigen. Das spart im laufenden Betrieb Zeit und sichert eine lange Lebensdauer der Anlagen.
Wie stellen Sie sicher, dass der Bau der Stationen erfolgreich verläuft?
Mir ist wichtig, dass die Projekte termingerecht fertig werden, die Kosten im Rahmen bleiben und die Qualität stimmt. Deshalb achte ich jeden Tag darauf, dass alle Abläufe gut abgestimmt sind und reibungslos funktionieren.
Worauf müssen Sie beim Bau von Stationen besonders achten?
Entscheidend ist die Einhaltung aller technischen Anforderungen und Normen – also ein regelkonformer und sicherer Bau. Gleichzeitig achten wir darauf, dass die Anlagen dem aktuellen Stand der Technik entsprechen und effizient betrieben werden können. Ein Beispiel ist die Fernsteuerbarkeit der Stationen, die eine sichere und wirtschaftliche Betriebsführung ermöglicht.
Wie wird sichergestellt, dass die Stationen die geforderte Qualität erreichen?
Bereits bei der Ausschreibung definieren wir die technischen Anforderungen sehr genau. So stellen wir sicher, dass nur qualifizierte Lieferanten beauftragt werden. Während der Herstellung der Bauteile führen wir zudem Produktionsüberwachungen bei den Lieferanten durch und binden bei Bedarf bereits in diesem Schritt Sachverständige ein, um die Qualität direkt im Prozess zu sichern. Bevor schließlich Gas durch die neue Station strömt, durchläuft die Anlage umfangreiche Prüfungen. Unabhängige Sachverständige kontrollieren alle Bauteile auf Dichtheit, Funktion und Sicherheit. Erst wenn alles einwandfrei funktioniert und abgenommen ist, wird die Station offiziell in Betrieb genommen. Dann endet auch mein Zuständigkeitsbereich und meine Arbeit ist erledigt.
Was fasziniert Sie an Ihrer Arbeit?
Mich motiviert, dass unsere Anlagen einen echten Beitrag zur Energieversorgung leisten. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass wir viele Menschen zuverlässig mit Energie versorgen. Gleichzeitig treiben wir den Wandel hin zu einer klimafreundlicheren Infrastruktur voran – etwa mit Anlagen, die auch wasserstofftauglich sind. Das verbindet Technik, Zukunft und Verantwortung auf eine spannende Weise.
Herr Nourmohammadi, vielen herzlichen Dank für das Gespräch!