28.07.2026 / Lesezeit: 2 Minuten
43 Kilometer Baustelle: Diese Arbeiten stehen bis zur Inbetriebnahme noch an

Die SEL zwischen Löchgau und Esslingen a. N. ist auf der Zielgeraden: Nur noch wenige Monate liegen vor der geplanten Inbetriebnahme im Herbst 2026. Passend zum Beginn der kalten Jahreszeit soll der 43 Kilometer lange Abschnitt die Region Ludwigsburg, Stuttgart und Esslingen mit Gas versorgen – und damit einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten. Was bis zur Inbetriebnahme noch ansteht, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Abgeschlossene Etappe zwischen Löchgau und Waiblingen
terranets bw baut diesen Abschnitt seit Frühjahr 2025 in mehreren Etappen. Fast drei Viertel der SEL ist dabei nach rund 16 Monaten Bauzeit verlegt worden. So zum Beispiel zwischen Löchgau, Besigheim, Bietigheim-Bissingen, Ingersheim, Freiberg a. N., Ludwigsburg, Marbach a. N., Remseck a. N. und auf den Waiblinger Gemarkungen Bittenfeld, Hohenacker und Neustadt. Hier liegen die Rohre bereits im Boden. Gleiches gilt auf Teilabschnitten in Kernen-Stetten und Aichwald, sodass auf insgesamt rund 35 Kilometern die Arbeiten im offenen Rohrgraben abgeschlossen sind.

Beim Bau der SEL wird zwischen einer offenen und geschlossenen Bauweise unterschieden. Bei der offenen Bauweise wird zunächst der Oberboden abgetragen und separat gelagert. Im Anschluss transportieren Spezialtransporter die Rohre zur Trasse. An einem der insgesamt sechs Rohrlagerplätze wurden sie zuvor – je nach Bestimmungsort – gebogen. An der Trasse werden die Rohre zu langen Rohrsträngen verschweißt. Nachdem ein unabhängiger Gutachter die Schweißnähte geprüft und freigegeben hat, werden die Rohrstränge in den zuvor ausgehobenen Rohrgraben abgesenkt. Zum Abschluss wird der Rohrgraben wieder verfüllt und der Oberboden aufgetragen. Danach beginnt die Rekultivierung der Fläche.
Entdecken Sie die Bauweise der SEL in der Bilderreihe
Letzte Etappen an der SEL zwischen Löchgau und Esslingen a. N.
In der offenen Bauweise werden in den kommenden Wochen die verbleibenden Kilometer Rohrleitungen verlegt. Diese befinden sich hauptsächlich in Korb, Waiblingen-Beinstein, Weinstadt-Endersbach, Kernen-Stetten sowie Aichwald-Schanbach.

Dabei sind viele Arbeitsschritte, wie das Ausfahren und Verschweißen der Rohre, auch dort bereits abgeschlossen. Vor Ort müssen die Rohrstränge nun nur noch in den Rohrgraben abgesenkt und der Graben anschließend verfüllt werden.
Nahezu alle unterirdischen Querungen realisiert
Wenn die Trasse auf Hindernisse wie Straßen, Bahnlinien oder Flüsse trifft, werden diese meist unterirdisch gequert. Nun ist auch hier ein Meilenstein erreicht: Mit dem baldigen Abschluss der letzten Querung der B29 in den kommenden Wochen werden alle rund 40 unterirdischen Querungen abgeschlossen sein.

Ein weiteres Highlight war die Verlegung eines sogenannten Dükers durch die Rems in Waiblingen. Dort wurde ein über 50 Tonnen schwerer und 50 Meter langer Düker durch einen Autokran mit einer Traglast von rund 700 Tonnen präzise eingebracht. Ein Düker ist ein Rohrstück, das der Form des Flussbetts folgt und so passgenau unter der Gewässersohle liegt.
Für diese Zwecke musste der Remstal-Radweg gesperrt werden. Mit dem Abschluss der Arbeiten vor Ort, konnte dieser Anfang Juli 2026 für den Fahrrad- und Fußgängerverkehr wieder geöffnet werden.

Nach Abschluss der Bauarbeiten werden die betroffenen Flächen schrittweise rekultiviert. Damit wurde im Bereich von Ludwigsburg, Freiberg und Ingersheim bereits begonnen. Bis Herbst 2027 sollen alle Wiederherstellungsarbeiten des insgesamt 43 Kilometer langen Abschnitts zwischen Löchgau und Esslingen a. N. fertiggestellt sein.