Bau und Bodenschutz: Hand in Hand an der SEL

23.07.2026 / Lesezeit: 2 Minuten

Beim Bau der SEL setzt terranets bw von Beginn an auf einen umfassenden Schutz der Böden.

Die Süddeutsche Erdgasleitung (SEL) verläuft häufig durch wertvolle Kulturlandschaften. Für terranets bw hat der Schutz dieser Böden oberste Priorität. Um Eingriffe in den Boden so gering wie möglich zu halten, setzt terranets bw daher zunächst auf eine möglichst umweltverträgliche Trassenführung. Vor dem Bau der SEL ist zudem eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Bewirtschafter:innen der Flächen, die für den Bau benötigt werden, wichtig.

Begleiten Sie unseren Referenten für Wegerecht und Umwelt auf das Feld. In dem Video erklären wir Ihnen den Bodenschutz in der Praxis und wie die Bodenschichten vor Ort geschützt und erfolgreich rekultiviert werden.

 

Bodenschutz von Beginn an

Bereits lange vor dem Spatenstich beginnt der Bodenschutz mit einer sorgsamen Planung. Expert:innen für Naturschutz, Forst- und Landwirtschaft werden bereits zu Beginn eingebunden. Es finden umfangreiche Vorarbeiten und Untersuchungen statt, um den Ist-Zustand der Böden zu erfassen. Die Erkenntnisse der örtlichen Bodenverhältnisse münden in einem Bodenschutzkonzept, welches die erforderlichen Bodenschutzmaßnahmen für alle Projektphasen beinhaltet. Die Grundlage für das Bodenschutzkonzept bilden Leitlinien und die in Deutschland geltenden Gesetze.

 

Täglich im Dienst des Bodens

Ein weiterer Baustein ist die bodenkundliche Baubegleitung. Sie ist während der gesamten Bauzeit regelmäßig auf der Baustelle präsent und setzt das detaillierte Bodenschutzkonzept um. Fortlaufend werden Niederschlag sowie Bodenfeuchte durch den Einsatz von Sonden und traditionelle Fingerproben überprüft, um die Bodenbeschaffenheit genau zu analysieren. Nur wenn alle Bedingungen stimmen, wird gearbeitet. Auf dieser Basis gibt die bodenkundliche Baubegleitung kontinuierlich Empfehlungen für die anstehenden Bautätigkeiten und den Maschineneinsatz ab. 

Um den Boden zu schonen, werden zudem temporäre Baustraßen aus Holz- oder Metallplatten ausgelegt. Sie dienen als stabiler Untergrund für den Einsatz bodenschonender Kettenfahrzeuge, die ihren Druck auf der Fläche verteilen. Gleichzeitig sichern Schutzzäune die lokale Tierwelt und angrenzende Gehölze.

Die Bodenschichten bleiben erhalten

Die Erdarbeiten erfolgen mit maximaler Sorgfalt: Die oberen, nährstoffreichen rund 30 Zentimeter des Oberbodens werden behutsam abgetragen und separat als sogenannte Bodenmieten gelagert. Eine sofortige Einsaat mit einer schnellwachsenden Pflanze namens Phacelia schützt diese Bodenmieten vor Wind und Wetter und hält das biologische Bodenleben aktiv. 

Auch die darunter liegenden Schichten, die sogenannten B- und C-Böden, werden getrennt voneinander gelagert. Liegen die Rohre im Graben, werden die Schichten in ihrer ursprünglichen Reihenfolge wieder eingebracht, fachgerecht tiefengelockert, um Verdichtungen aufzuheben, und schonend eingeebnet.

Sicherheit für die Landwirtschaft

Um den Aufwand für betroffene Bewirtschafter:innen so gering wie möglich zu halten, regelt eine Rahmenvereinbarung mit den Bauernverbänden Pauschalen für temporäre Ernteausfälle, Folgeschäden oder Mehraufwendungen. Auch nach der Übergabe der Flächen für die unmittelbare Bewirtschaftung wird die Entwicklung der Böden über mehrere Vegetationsperioden hinweg aktiv beobachtet.
 


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