Bekanntes Terrain für Zauneidechsen: Steinbiotop zieht um

28.05.2026 / Lesezeit: 2 Minuten

Während des Baus der Süddeutschen Erdgasleitung erhalten die Reptilien ein vertrautes Element zurück.

Bevor terranets bw mit dem Bau der Süddeutschen Erdgasleitung (SEL) beginnt, wird die Trasse umfangreich untersucht und vorbereitet. Dazu gehören auch sogenannte CEF-Maßnahmen, vorgezogene Artenschutzmaßnahmen, die dem Schutz von Flora und Fauna dienen – so auch auf der Trasse zwischen Löchgau bis Esslingen a. N. Seit Frühjahr 2025 findet der Bau der SEL dort in Etappen statt.
 

Umzug der Zauneidechse 

Die in Weinstadt lebenden Eidechsen wurden im Rahmen der CEF-Maßnahmen vergangenes Jahr umgesiedelt. Insgesamt dauert es rund ein Jahr, bis alle Eidechsen abgesammelt sind. Nachdem nun sichergestellt ist, dass sich alle Eidechsen auf der neuen Fläche eingefunden haben, zieht jetzt der nächste Baustein ihres Zuhauses nach: Der Steinriegel – eine Steinansammlung und wichtiger Lebensraum für die Tiere – ist das zentrale Element des ursprünglichen Eidechsenhabitats. Denn der Steinriegel dient den Zauneidechsen als essenzieller Wärmespeicher, Rückzugsort und Überwinterungshabitat. Er wurde nun vollständig auf die neue Ersatzfläche umgesetzt. Durch seine Verlagerung erhalten die Tiere ein vertrautes Element zurück, welches ihnen die Orientierung im neuen Habitat erleichtert.
 

Der Umzug des Steinriegels erfolgte behutsam und unter kontinuierlicher ökologischer Begleitung. Die Steine wurden schichtweise abgetragen, transportiert und auf der neuen Fläche in gleicher Struktur wieder aufgebaut. So wird sichergestellt, dass die Tiere ihre gewohnten Sonnen- und Versteckplätze möglichst unverändert vorfinden.
 

Ein vielfältiger Lebensraum 

Die Etappe der SEL zwischen Waiblingen-Neustadt bis Aichwald wird seit Mitte April 2026 bis Ende Juni 2026 gebaut. Mit Abschluss der Bauarbeiten wird die bisherige Fläche, auf der der Steinriegel ursprünglich lag, wieder vollständig hergestellt. Die Zauneidechsen werden auf der neuen Fläche außerhalb des Arbeitsstreifen verbleiben.
 

„Durch den Umzug des Steinriegels schaffen wir auf der neuen Fläche einen vertrauten Ort. Die zusätzlichen Strukturen, wie die Sandlinsen, die Gabionen und die Totholzhaufen, schaffen im Verbund ein wertvolles Habitat für die Zauneidechsen“, erklärt John Kirschner. „Die Kombination aus neuen Elementen und dem ursprünglichen Steinriegel bietet den Eidechsen langfristig optimale Bedingungen.“ 

Bis zur endgültigen Fertigstellung der Flächen wird das Gebiet regelmäßig kontrolliert. Ziel bleibt es, den Zauneidechsen einen stabilen, sicheren und ökologisch hochwertigen Lebensraum zu bieten – heute und in Zukunft.


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